> Pressespiegel > Bericht: EIGENBERICHT, 09. September 2014
 

Schüler der JZG Überlingen pflegen deutsche Soldatenfriedhöfe in Polen

Vielzahl an interkulturellen Eindrücken

                

 

„Besitz stirbt, Sippen sterben. Du selbst stirbst wie sie. Eines nur ist, das ewig bleibt: Der Toten Tatenruhm“.  Gruppenfoto der 24 Schüler und den vier begleiteneden Berufsschullehrer aus Überlingen auf dem Soldatenfriedhof.
Bild: JZGS
      

 

Überlingen – Im Zeichen des Friedens und der Begegnung waren zum hundertsten Jahrestag des Attentats in Sarajevo und des daraus resultierenden 1. Weltkrieges zahlreiche Schülerinnen und Schüler der Jörg-Zürn- Gewerbeschule zwei Wochen in Polen, um dort auf dem deutschen Soldatenfriedhof des1. Weltkriegs in Elk zu arbeiten. Unterstützt wurden die deutschen Schüler dabei von polnischen Jugendlichen, die nicht nur mit den Überlingern gearbeitet, sondern auch ihre Freizeit mit ihnen verbracht haben. Mit Hilfe der Instandhaltungsarbeiten auf den Friedhöfen, konnten in Workshops und parallel zu den Pflegearbeiten inhaltliche Schwerpunkte wie Bildung, Begegnung und Toleranz ins Zentrum der Jugendbegegnung gerückt werden. Die jungen Menschen aus unterschiedlichen Nationen, Kulturen und Religionen konnten sich in Gruppenarbeiten sowie im alltäglichen Zusammenleben über Geschichte und Einzelschicksale austauschen, Vorurteile hinterfragen und Freundschaften schließen. Nicht selten stellte die Sprachbarriere dabei keinerlei Hindernis dar. Ergänzt wurde die Arbeit auf den Friedhöfen durch ein buntes 

Freizeitprogramm mit Stadtbesichtigungen, beispielsweise in Danzig und Marienburg, Boots- und Kanufahrten und einem Ausflug zur  Wolfsschanze am 20.07.2014, zum Jahrestag des Attentats durch Stauffenberg.

Dass diese Vielzahl an interkulturellen Eindrücken Spuren bei den Schülerinnen und Schülern hinterließ, beweisen einige beeindruckende und weitsichtige Statements, welche die Schüler zur Abschlussfeier auf dem Soldatenfriedhof in Nowa Wies Elk verfasst und dort vorgetragen haben. Steffi Matt, Überlinger Schülerin der Jörg-Zürn-Gewerbeschule, formulierte ihre Gefühle in folgender Aussage:
„Frieden ist nicht selbstverständlich. Ist Frieden nicht viel mehr als ein Prozess, in dem wir in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft - an dem ich- fortwährend aktiv arbeiten muss? Es ist wie bei der Arbeit auf dem Friedhof. Immer wieder lagert sich neu Dreck auf den Grabsteinen ab und neues Unkraut fängt an zu sprießen. Ich will nicht vergessen! Bewusstsein schaffen im Kopf, Bewusstsein im Herzen und das Bewusstsein mit den Händen erlebbar machen, das ist Frieden.“


Johannes Braun, JZGS, 09.09.14  nach oben