> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 14. Februrar 2015
 

Drei berufliche Schulen öffnen ihre Türen

 Gemeinsamer Informations- und Anmeldetag - Orientierungshilfe für Ausbildungswege

Überlingen – Was haben der Zitronensäuregehalt von Fruchtsäften, Hormone in Kosmetikartikeln und verwesende Rattenkadaver gemeinsam? Die Lösung: Alle drei Dinge waren bereits Projektthema bei der Ausbildung der biologisch-technischen Assistenten (BTA) an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule. Dort fand zusammen mit der benachbarten Constantin-Vanotti-Schule und der Justus von Liebig Schule der Informations- und Anmeldetag der beruflichen Schulen in Überlingen statt. Ziel der Veranstaltung war es, jungen Menschen und deren Eltern zu helfen, sich für einen Ausbildungsweg zu entscheiden, sei es die Mittlere Reife, Fachhochschulreife, Abitur oder eine berufliche Ausbildung.

Gespräche mit Schülern und Lehrern

Zu diesem Zweck konnten Besucher beim Informationstag mit Lehrern wie Wolfram Müller ins Gespräch kommen. Der Biologe kümmerte sich um die Interessenten für das BTA-Berufskolleg. Er berichtete, diese Ausbildung befähige nicht nur zum erfolgreichen Berufseinstieg, sondern sei auch eine gute Vorbereitung für ein Studium der entsprechenden Fachrichtung: „Die Abbrecherquote geht dann gegen Null.”Unterstützt wurde Müller unter anderem von Manuela König und Sarah Plöger, die beide im zweiten Jahr der BTA-Ausbildung sind und kurz vor der Abschlussprüfung stehen. Ihre Erfahrungen an der Schule sind ausgesprochen positiv. Sarah Plöger sagte am Informationstag: „Es ist richtig gut, mit sehr viel praktischem Anteil.” An ihren Lehrern in der Berufsschule schätzen die jungen Frauen besonders deren Praxiserfahrung aus dem eigenen Arbeitsleben.Bei den Besuchern kamen die Informationen gut an: Simon Mäntele aus Salem, der zur Zeit die Bodenseeschule in Friedrichshafen besucht, fand in der BTA-Ausbildung seine Interessen widergespiegelt. Er fügte jedoch auch hinzu: „Metall- und Elektrotechnik würde mich auch interessieren.” Wie seine Mutter Angelika Mäntele erläuterte, seien sie im Internet auf das Angebot der beruflichen Schulen in Überlingen aufmerksam geworden.Auch aus den Reihen der drei beruflichen Schulen waren am Informationstag Schüler vertreten. Der 16-jährige Rene Fuhs etwa besucht zur Zeit die Berufsfachschule für Elektrotechnik, und interessiert sich wie viele andere Besucher für das Technische Gymnasium. Neben den verschiedenen Berufskollegien und Berufsfachschulen gehört in Überlingen auch die gymnasiale Oberstufe mit sieben verschiedenen Profilierungsfächern zum Angebot der drei beruflichen Schulen.Dem Schulleiter der Jörg-Zürn-Gewerbeschule, Paul Baur, ist diese große Auswahl wichtig: „Es muss uns gelingen, dieses Angebot zu erhalten.” Baur erläutert, im beruflichen Bereich 

Arbeitsalltag eines biologisch-technischen Assistenten: Manuela König (links) und Sarah Plöger demonstrieren das Anlegen von Bakterienkulturen. In der Forschung wird mit dieser Methode die Wirksamkeit von Antibiotika überprüft. 
Bild: Manfred Weiß

gelte es, die Ausbildungsberufe attraktiv zu halten und die dort vorhandenen Aufstiegsmöglichkeiten deutlich zu machen.  Dies könne aber nur in Zusammenarbeit mit den Partnerunternehmen gelingen.Besonders am Herzen liegt es Baur zudem, auch Schülern ohne Abschluss die Möglichkeit einer Berufsausbildung zu bieten sowie Migranten und Flüchtlinge aufzunehmen, und ihnen bei der sprachlichen sowie beruflichen Qualifikation zu helfen. Eine besondere Chance für die Zukunft sieht Schulleiter Baur in der Zusammenarbeit mit Gemeinschaftsschulen: „Ich kann mir keine besseren Abnehmer für deren Absolventen vorstellen als die beruflichen Schulen.”Aus diesem Grund werden sich Paul Baur und seine Schulleiterkollegen Günter Reichle von der Constantin-Vanotti-Schule und Liliane Frank von der Justus von Liebig Schule bei den Gemeinschaftsschulen in Salem und in Überlingen über deren Erziehungs- und Lehrmethoden informieren. Damit wollen die Schulleiter sich auf die Absolventen der neuen Schulart vorbereiten. Denn obwohl Baur die Einrichtung einer eigene Oberstufe an Gemeinschaftsschulen kritisch betrachtet, ist für ihn die Marschrichtung klar: „Wir sehen uns als Partner, nicht als Kontrahenten.”

Das Angebot

Die drei beruflichen Schulen in Überlingen setzen ganz unterschiedliche Schwerpunkte: Die Constantin-Vanotti-Schule ist stark auf Wirtschaftsfächer und die kaufmännische Ausbildung ausgerichtet. Die Justus von Liebig Schule dagegen konzentriert sich auf die Fachgebiete Erziehung, Ernährung, Pflege und Biotechnologie. An der Jörg-Zürn- Gewerbeschule schließlich steht die Technik im Mittelpunkt. Metall- und Elektrotechnik spielen dort eine große Rolle.

 


Manfred Weiß, Südkurier Überlingen, 14.02.15 nach oben