> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 02. Dezember 2013
 

Anregende Schuldebatte zwischen Rektoren aller Schularten

Im Rahmen der Veranstaltung „Der SÜDKURIER gibt einen aus“ diskutieren die Leiter aller Schularten in der Region 

Überlingen – Welche Herausforderung eine regionale Schulentwicklung leisten muss, mit welchen Schwierigkeiten die Bildungseinrichtungen derzeit zu kämpfen haben, das blitzte in einem lebendigen Dialog mit Schulleitern und Lehrern des gesamten Schulspektrums zwischen Meersburg, Salem, Owingen und Überlingen auf. Dazu hatte die Tageszeitung in der Veranstaltungsreihe „Der SÜDKURIER gibt einen aus“ zu einem Gedankenaustausch eingeladen, den SÜDKURIER-Redakteur Stefan Hilser moderierte und mit Fragen zur aktuellen Schulpolitik befeuerte. Die zentralen Themen lauteten: Umgang mit unterschiedlichen Begabungen, Fähigkeiten und Potenzialen und die dafür vorhandenen Rahmenbedingungen; Folgen der unverbindlich gewordenen Grundschulempfehlung; und der Drang insbesondere der Eltern nach einem bestmöglichen Abschluss ihrer Sprösslinge.

Schon der Begriff „Empfehlung“ habe ihn früher gestört, sagt Grundschulrektor Wolfgang Panzner von der Burgbergschule: „Es war keine 'Empfehlung', sondern eine 'Entscheidung' über die weitere Schullaufbahn.“ Am liebsten ans Ende der sechsten Klasse verlagert hätte nicht nur Panzner diese Weichenstellung, auch Dorothea Vollmer von der Grundschule in Neufrach plädierte für eine längere Grundschulzeit. Ihre Zöglinge allerdings auch schon in der fünften Klasse haben wollen Karin Broszat von der Realschule Überlingen und Annette Brunke-Kullik vom Droste-Hülshoff-Gymnasium in Meersburg. „Das ist eine wichtige Reifungsphase, die ich schon gerne an meiner Schule hätte“, sagt Broszat.

Schule im Umbruch, und damit in der Diskussion. Das Bild zeigt Lernbegleiterin Bettina Bernhardt an der Wiestorschule.  
Bild: Walter

Zeitverschwendung sieht Brunke-Kullik im Herantasten an das Leistungspotenzial ihrer Fünft- und Sechstklässler, weil sie über die Leistung in der Grundschule nichts erfahren darf, was den unbelasteten Neustart ermöglichen soll.

Die Flagge der Gemeinschaftsschule hielten Jürgen Ritter und Wolfgang Fitz von der Meersburger Sommertalschule hoch. „Wir müssen quasi die Kärrnerarbeit für ein zweigliedriges Schulsystem leiste“, sagt Ritter. Energisch ihre Klientel ins Gespräch brachte Anja Neumaier von der Franz-Sales-Wocheler- Förderschule. „Wir haben es endlich geschafft, von dieser blöden Mitleidsschiene herunterzukommen“, sagt sie.

Viel zu wenig Beachtung finde, welchen Spagat die berufliche Schule zu leisten habe. Darin waren sich Paul Baur von der Jörg-Zürn- Gewerbeschule, Liliane Frank von der Justus-von-Liebig-Schule und Günther Reichle von der Constantin-Vanotti-Schule einig. Ihre Schulen böten ein Höchstmaß an differenzierten und auf die vielfältigen Bedürfnisse zugeschnittenen Angebote.


Hanspeter Walter, Südkurier Überlingen, 02.12.13 nach oben