> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 18. März  2013
 

Gewerbeschule ausgezeichnet

Kriegsgräberfürsorge würdigt Schüler-Engagement - 
Landesverband des Volksbundes tagt im Parkhotel

                      

  Seit 20 Jahren ist die Jörg-Zürn-Gewerbeschule im Dienste der Kriegsgräberfürsorge im Einsatz. Für dieses Engagement erhielten die dafür verantwortlichen Lehrer und die Schule bei der Tagung des Landesverbandes des Volksbunds Deutscher Kriegsgräberfürsorge hohe Auszeichnungen (von links): Landesverbandsvorsitzender Norbert Nothhelfer, Landesgeschäftsführer Martin Lunitz, die Lehrer Hubert Gobs, Dr. Bernhard Schnetter und Karl Barth sowie Schulleiter Dr. Paul Baur.
Bild: Schober
   
 

Überlingen – Auf einem außerordentlichen Vertretertag im Parkhotel St. Leonhard vollzog sich ein Wechsel an der Spitze des Landesverbandes des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK). Nach sechs Jahren gab der ehemalige südbadische Regierungspräsident Norbert Nothhelfer sein Amt als Landesvorsitzender ab. Zu seinem Nachfolger wurde einstimmig der Stuttgarter Regierungspräsident Johannes Schmalzl gewählt. Sein Stellvertreter wurde Manfred Hofmeyer als Nachfolger von Udo Andriof. Als letzte Amtshandlung zeichnete der scheidende Landesvorsitzende die Überlinger Jörg-Zürn-Gewerbeschule für ihr 20-jähriges Engagement im Dienst der Kriegsgräberpflege und der Jugendbegegnungen mit der Albert-Schweitzer-Plakette aus. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Lothar Riebsamen interpretierte in seinem Grußwort das Wirken des VDK als Arbeit für ein integriertes Europa. Diese Arbeit, meinte Oberbürgermeisterin Sabine Becker, könne man nicht hoch genug einschätzen.

In seiner Abschiedsrede beleuchtete Norbert Nothhelfer die Situation, in der sich der Volksbund befindet. Der demografische Wandel sei auch im VDK zu spüren. „68 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fehlen uns mehr und mehr die direkten Nachkommen der gefallenen Soldaten“, erklärte Nothhelfer. Das schlage sich in rückläufigen Mitgliederzahlen nieder, aber auch in stetig geringer werdenden Spendenaufkommen. „Das stellt uns 

zunehmend vor wirtschaftliche Schwierigkeiten“,  sagte Nothhelfer. Die Tatsache, dass die Mehrheit der heute in der Bundesrepublik lebenden Menschen in Frieden aufgewachsen sei und daher kaum mehr einen Bezug zu Kriegstoten habe, bringe den VDK auch immer stärker in Erklärungsdruck, welchen Sinn die Kriegsgräberfürsorge heute noch habe.
Man müsse den jüngeren Generationen deutlich machen, dass Kriegsgräber eine bleibende Mahnung zur Bewahrung des Friedens seien. „Soldatenfriedhöfe müssen zu Lernorten werden“, betonte Nothhelfer. Neben der Kriegsgräberfürsorge müsse die Bildungsarbeit zu einer Kernaufgabe des VDK werden.

Als vorbildlich stellte Nothhelfer die Arbeit der Jörg-Zürn-Gewerbeschule heraus, die im Jahr 1993 mit einer Schülergruppe den ersten Arbeitseinsatz auf einem Soldatenfriedhof geleistet habe und seither jedes Jahr ein Workcamp, vornehmlich in Osteuropa, organisiere. Die in dieser Zeit als Projektleiter tätigen Lehrer Karl Barth, Bernhard Schnetter und Hubert Gobs zeichnete er mit der goldenen VDK-Ehrennadel aus. Schulleiter Paul Baur überreichte er als Auszeichnung für die Schule die Albert-Schweitzer-Plakette. Die goldene Ehrennadel erhielt auch Uta Mangel aus Owingen, die seit 25 Jahren im Bezirksvorstand tätig ist und vor vielen Jahren das zur Tradition gewordene Benefizkonzert mit dem Heeresmusikkorps 10 im Überlinger Kursaal ins Leben gerufen hat.

Vin Peter Schober, SÜDKURIER Überlingen, 18.03.13 nach oben