> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 23. März 2013
 

Bewusstsein für Wasser wecken

Unesco-AG an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule begeht „Weltwassertag“ 

Überlingen – Die besondere Bedeutung und die Qualitäten des Wassers als Existenzgrundlage des Menschen in das Bewusstsein zu rücken, versuchten Schüler der Unesco-AG an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule am gestrigen „Weltwassertag“ der Vereinten Nationen. Auch die Wasserknappheit auf dem Globus und mögliche Gefahren durch Privatisierung bei den Versorgungsunternehmen oder durch technische Vorhaben wie die Erdgas-Gewinnung mit der Fracking-Methode thematisierte die Gruppe, die von den Pädagogen Peter Gött und Monika Kurtsiefer betreut wird.

Dazu hatten die Schüler Vertreter der lokalen Initiative Wasserkarawane eingeladen, die sich seit 2004 intensiv mit dem Thema Wasser befasst. Entstanden im Zuge der damaligen Cross-Border-Leasing-Geschäfte des Zweckverbands Bodenseewasserversorgung mit amerikanischen Firmen, die längst mit Mühe und unter Verlusten wieder rückabgewickelt wurden, erläuterte die Initiative die Fallstricke dieses Konzepts. Von dort war es kein weiter gedanklicher Weg zur Privatisierung der Wasserversorgung, wie sie von der Europäischen Union derzeit forciert wird. Hier dominierten die Befürchtungen, dass Konkurrenz und Wettbewerb weder der Qualität noch dem Preis zuträglich seien. Wobei Wasser beziehungsweise dessen Bereitstellung, so die Schüler, im Grund als „Menschenrecht“ verstanden werden müsste.

„Was können wir denn hier gegen Wasserknappheit in Afrika tun“, war eine Frage, bei der die Initiative insbesondere auf die Unterstützung verschiedener Hilfsorganisationen verweisen musste. Sie gab das Stichwort

Vertreter der Initiative Wasserkarawane beantworteten Fragen der Unesco- Schülergruppe.  
Bild: Walter

 „Virtuelles Wasser“, mit dem der indirekte Wasserverbrauch bei der Produktion von Konsumgütern ins Spiel kommt. Hier lasse sich durch Beachtung von nachhaltiger Erzeugung von Textilien der Verbrauch in Indien oder Pakistan senken, der zu Lasten des Trinkwassers gehe. Klar machen müsse man sich auch, dass verschiedene Ernährungsarten mit einen unterschiedlichen Verbrauch virtuellen Wassers gekoppelt seien. Schließlich gewährte ein Film Einblicke in die Molekularküche des umstrittenen Stuttgarter Wasserforschers Bernd Kröplin, der sich mit dem Informationsgehalt des Wassers und dessen Veränderungen durch menschliche Individuen oder magnetische Strahlung befasst. Zum Abschluss hatte die Wasserkarawane eine kleine Auswahl an natürlichen und Mineralwässern zur vergleichenden Verkostung mitgebracht


Hanspeter Walter, Südkurier Überlingen, 23.03.13 nach oben