> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 19. Oktober 2012
 

Schüler pflegen Soldatengräber in Rumänien

Internationale Jugendbegegnung der Jörg-Zürn-Gewerbeschule Überlingen in Brasov in Rumänien

Überlingen – 18 Schülerinnen und Schüler der Jörg-Zürn-Gewerbeschule Überlingen haben mit vier Begleitern in Brasov – dem früheren Kronstadt in Rumänien – einen Soldatenfriedhof aus dem Ersten Weltkrieg mit rund 500 Grabstellen gepflegt. Die Aktion erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge; gleichzeitig wurde die Gewerbeschule auch ihrem Auftrag als Unesco-Projektschule gerecht. Denn die Überlinger Schule gehört seit 1988 dem weltweiten Schulnetzwerk der Unesco-Projektschulen an. Diese Schulen orientieren sich innerhalb und außerhalb des Unterrichts an der Idee der internationalen Verständigung, des interkulturellen Lernens und einer nachhaltigen Lebensweise. Die Erziehung zum besseren Verständnis anderer Menschen und Kulturen in einer friedlichen, umweltgerechten Welt durch gemeinsames Handeln ist ein wichtiges Ziel. Bereits vor vier Jahren war eine Schülergruppe unter Leitung von Hubert Gobs am gleichen Ort in Rumänien im Einsatz.

Wie Gobs mitteilte, mussten die teilweise stark verwitterten Kreuze gereinigt und größtenteils neu ausgerichtet werden. Dabei arbeiteten die Schüler mit fünf gleichaltrigen Rumänen zusammen. „Das war eine relativ schwierige Arbeit, die Inschriften waren sehr schwer zu erkennen“, so Gobs. Ferner wurde Unrat beseitigt, da sich der Friedhof unmittelbar an der Hauptverkehrsstraße befindet. Außerdem entfernten die Schüler Grafittis von der Friedhofsmauer, die sie anschließend teilweise neu anstrichen.

Ein weiterer Auftrag stellte die Überbringung von Kleiderspenden an das Kinderheim „Canaan“ in Sercaia dar. Unter einer professionellen Betreuung leben dort Kinder unterschiedlicher Behinderungsgrade mit ihren Betreuern in einer dorfähnlichen Gemeinschaft zusammen. „Wir waren über den sehr guten Zustand des Heimes überrascht. Die Kinder werden dort sehr fürsorglich behandelt“, so Gobs.

Er unterstrich, dass ihm über die Arbeit hinaus der Austausch zwischen Jugendlichen der 

Daniela Drexler auf dem deutschen Soldatenfriedhof unterhalb der Zinne in Brasov, beim Ausmalen der Inschriften. 
Bild: Hubert Gobs/Gewerbeschule

beiden Länder wichtig sei. Über knapp zwei Wochen hätten deutsche und rumänische Jugendlichen unter einem Dach gewohnt. „So konnten sie im gegenseitigen Austausch von den Sorgen und Nöten des anderem mehr erfahren“, so Gobs. Die Wünsche der Jugendlichen sind nach seiner Darstellung aufgrund der Globalisierung größtenteils gleich. Als die Überlinger Schüler wieder in Deutschland angekommen seien, berichtete Hubert Gobs weiter, „ist ihnen bewusst geworden, wie gut es ihnen geht“.

Zwar seien die Zentren der großen Städte in Rumänien gut entwickelt, doch sei schon ein paar Querstraßen weiter sowie auf dem Land große Armut erkennbar. Zum Austausch und zur Horizonterweiterung der Schüler trage auch das Kulturprogramm bei, beispielsweise ein Ausflug zum Draculaschloss „Bran“, zum Schloss Peles, der Bauernburg Rosenau oder zur „schwarzen Kirche“.


Holger Kleinstück, SÜDKURIER Überlingen, 19.10.12 nach oben