> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 09. März 2013
 

Wie Lernen besser gelingen kann

Beratungslehrerverband setzt Vortragsreihe fort 

Überlingen – „Mit unserem Engagement wollen wir der Überlinger Schullandschaft einige neue Impulse geben“, erklären die Pädagogen Erhard Holler (Realschule) und Hansjörg Straub (Jörg-Zürn-Gewerbeschule) als Vertreter des Beratungslehrerverbands Baden-Württemberg. Forschungsergebnisse, neue Erkenntnisse und Anregungen für erfolgreiches Lernen gibt es aus ihrer Sicht inzwischen sehr viele. Doch nicht nur hier erlebe man in den Schulen, „dass die Erkenntnisse der Lernforschung noch viel zu wenig ankommen sind“. Oft fehle den Kollegen im Alltag der Mut, den Pfad des Belehrens zu verlassen und neue Wege zu beschreiten. „Wege einer neuen Lernkultur“ will daher Gastreferent Michael Fritz, Leiter des Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) an der Universität Ulm, bei seinem Vortrag am Donnerstag, 14. März, im Kursaal aufzeigen (Beginn 19.30 Uhr).

Nach Veranstaltungen mit der Pädagogin Enja Riegel und dem Neurowissenschaftler Manfred Spitzer, dem dänischen Familientherapeuten Jesper Juul und dem Freiburger Mediziner Joachim Bauer gestatteten sich der Verband und seine Überlinger Aktiven eine Pause, ehe sie nun mit der fünften Themenabend an bekannte Tatsachen anknüpfen. „Die Stadt schätzt dies auch sehr“ freuen sich Erhard Holler und Hansjörg Straub. Dies spiegle sich nicht nur darin wider, dass sie dem Verband den Kursaal kostenfrei zur Verfügung stellt und Oberbürgermeisterin Sabine Becker die Schirmherrschaft übernommen habe. Das reine „Belehren“ habe als Methode längst ausgedient, betonen die Pädagogen. Interesse und Neugier wecken, Fragestellungen vermitteln und verschiedene Methoden oder Lösungswege anbieten, die selbstständig beschritten werden können – diese Strategie sei erfolgreicher und nachhaltiger.

„Zum Lernen gehört Motivation und Emotion“, sagt Erhard Holler. „Spielend lernen“ ist eine Publikation von Michael Fritz überschrieben, in der er die positiven (Neben-)Wirkungen auch von

Erhard Holler (Realschule, rechts) und Hansjörg Straub (Jörg-Zürn-Gewerbeschule) als Vertreter des Beratungslehrerverbands Baden-Württemberg.
Bild: Walter

nicht zielgerichteten Aktivitäten herausarbeitet. Doch in der Regel werde „Spielen an der Schule unterdrückt“. Nicht zuletzt weil die Lerneffekte und Fortschritte nicht unmittelbar zu erkennen seien. Noch unterschätzt werde auch die Qualität des Umfeldes und die Tatsache, dass es zum einen verschiedene Lerngeschwindigkeiten gebe, zum anderen aber auch der Zugang bzw. der optimale Lernweg jedes Einzelnen ganz unterschiedlich. Individuelles Lernen gebe es schon zuhauf, sagen die Pädagogen, „nur heißt es im Moment oft Nachhilfe“.Froh sind Holler und Straub, dass der Verband einen guten Draht zum Kultusministerium hat. „Wir haben regelmäßig Kontakt dorthin“, sagt Erhard Holler, der erst am Mittwoch wieder zu einem Gespräch in Stuttgart war. „Die Leute sollen verstehen, wo die Nöte von uns Lehrern sind.“ Die Repräsentanten der Beratungslehrer versuchen dies im Ministerium deutlich zu machen, „ohne dass wir gleich mit einem Forderungskatalog kommen“. Neue Erkenntnisse seien auch längst in den Schulämtern angekommen, wissen Holler und Straub aus eigener Erfahrung. „Wir Lehrer könnten schon viel mehr neue Wege schreiten, als wir dies tun.

Donnerstag, 14. März, 19.30 Uhr im Kursaal, Michael Fritz über „Gelingendes Lernen“, 
Eintritt 7 Euro.


Hanspeter Walter, Südkurier Überlingen, 09.03.13 nach oben