> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 03. Februar 2012
 

Planungen für Gedenktag haben begonnen

Eine Delegation aus Baschkortostan traf sich im Rathaus mit Oberbürgermeisterin Sabine Becker. Bei dem Treffen wurde auch der Ablauf der Gedenkfeiern für das Flugzeugunglück besprochen, das sich am 1. Juli zum zehnten Mal jährt.
Bild: Walter

Überlingen – Zum wiederholten Mal ist eine Gruppe von Pädagogik-Studentinnen und -Studenten aus Ufa in Baschkortostan zu einem Aufenthalt nach Überlingen gekommen.

Unter der Leitung von Venera Farganova hospitieren sie an verschiedenen Schulen, waren seit Dienstag unter anderem Gast an der Burgbergschule und der Jörg-Zürn-Gewerbeschule. Mit dabei sind auch Sulfat Chammatov, der Vorsitzende des Vereins der Angehörigen, und erstmals auch der Chef des baschkirischen Unesco-Komitees, Ulfat Jamagusin. Am Mittwochabend besprachen sie im Rathaus mit OB Sabine Becker im Beisein von Jürgen Rädler vom Freundeskreis „Brücke nach Ufa“ die Gestaltung des Gedenktages, zehn Jahre nach dem Flugzeugabsturz bei Owingen.

Am heutigen Freitag ist die Delegation zu Gast im Stuttgarter Staatsministerium, um sich mit der baden-württembergischen Landesregierung abzustimmen. Rund 135 Angehörige und Vertreter der Regierung werden Anfang Juli zum zehnten Jahrestag des Absturzes am Bodensee erwartet. 

Am 1. Juli 2002 war über Owingen ein Flugzeug der Bashkirian-Airlines mit einem DHL-Frachtflugzeug kollidiert. Unter den 71 Todesopfer waren auch 49 baschkirische Kinder. Die Beziehungen zwischen Überlingen und Baschkortostan werden weiter vertieft. Nach Ostern wird erstmals eine Gruppe der Jörg-Zürn-Gewerbeschule, die selbst Unesco-Projektschule ist, an den Ural reisen.

„Es war eine sehr schwere Zeit für uns“, sagte Chammatov, dessen umgekommener Sohn inzwischen 21 Jahre alt wäre, im Rathaus: „Doch wir wollen den Blick nach vorn in die Zukunft richten.“ Er erinnerte an die gemeinsamen Begegnung und Projekte. Gezielt wandte er sich an die baschkirischen Studenten . „Die Menschen sind sehr gut hier“, sagte Chammatov. Die Region sei ein Paradies. „Es lohnt sich hierher zu kommen“, erklärte der Angehörigenvertreter: „Es gibt hier viel zu lernen.“ Er hoffe auch, dass sich die gemeinsamen Beziehungen zwischen dem Bodensee und Baschkirien nachhaltig weiterentwickeln werden und die Völkerverständigung fortschreite.

 
 
Südkurier Überlingen, 03.02.12 nach oben