> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 28. Februar 2012
 

Umwelttechnik als Profil mit Zukunft

Kombination aus Naturwissenschaften und Energietechnik

Der erste Kurs im Profilfach Umwelttechnik mit seinem Lehrer für Biologie und Chemie, Dietmar Hörndler (rechts). Bild: Walter

Überlingen – Ein Schulprofil mit großen Zukunftschancen sieht die Jörg-Zürn- Gewerbeschule in ihrem neuen Schwerpunkt Umwelttechnik, den derzeit die ersten zwölf Schüler absolvieren. Die Überlinger Schule zählt zu den elf Bildungseinrichtungen im Land, die in diesem Schuljahr den Probelauf absolvieren; im Regierungsbezirk Tübingen ist das nächste Angebot im Laupheim.Schulleitung, Lehrer und Schüler sind gleichermaßen angetan von der Ausrichtung und dem erfolgreichen Start.

„Das ist bei uns sehr gut angesiedelt“, sagt Schulleiter Kurt Boch. Unter anderem mit dem Berufskolleg für biologisch-technische Assistenten habe die Schule eine hohe Affinität zu dem Themenbereich und verfüge darüber hinaus über die notwendigen Fachkräfte. „Wir hoffen auch, dass das etwas mehr Mädchen anspricht“, sagt Boch. Die Hoffnung scheint zumindest nicht ganz unbegründet. Bislang lag die weibliche Quote am Technischen Gymnasium unter zehn Prozent, im ersten Profilkurs Umwelttechnik sind es immer hin 25 Prozent.

Zur Zeit der Entscheidung für den Schwerpunkt vor einem Jahr standen die Inhalte noch gar nicht im Detail fest. Die neue und ungewöhnliche Kombination macht das Profil aus Sicht von Hubert Gut besonders reizvoll. Der Verantwortliche für das Technische Gymnasium an der Jörg-Zürn- Gewerbeschule war auch Mitglied der Lehrplankommission, die die Schwerpunkte des Faches erst im Juli 2011 endgültig festgelegt hat. „Es geht nicht nur um Umweltschutz“, sagt Gut, der selbst Computertechnik unterrichtet: „Eine wichtige Rolle spielen auch die Energie- und

Verfahrenstechnik, Biologie und Chemie.“ Themen sind die erneuerbaren Energien von der Windkraft bis zur Erdwärme und neue Mobilitätskonzepte. Zu den Lehrkräften gehören auch Thomas Busch, Hermann Dietrich, Wolfgang Stypa und Dietmar Hörndler, der zurzeit die Funktion eines Fotometers und dessen Einsatz bei der quantitativen Analyse von Flüssigkeiten bespricht. Zur Theorie kommt hier zum Beispiel auch die praktische Bestimmung des Phosphatgehalts in einer Wasserprobe.

Gerade diese Kombination macht das Fach auch für Schüler spannend. Sie bereuen ihre Entscheidung für das neue Profil nicht. „Da ich mich schon lange frage, wie wir unsere Umwelt verbessern können, kam mir das Profilfach Umwelttechnik gerade gelegen“, sagt Kerstin Zuzej: „Ich möchte mir über die Probleme, die wir verursachen, im Klaren sein und möchte auch lernen, wie wir unsere Umwelt schützen können.“ Von der Vielfältigkeit des Fachs fühlte sich Lisa Greinacher angesprochen. „Wir machen Laborversuche mit Wasserproben, aber auch im Bereich der Elektrotechnik und der Digitaltechnik“, sagt sie: „Ich kann es nur weiterempfehlen, um einen Einblick in die Umwelttechnik zu gewinnen.“ Für die Umwelt und zukunftsweisende Techniken interessiert sich auch Fabian Beck. „Es werden regenerative Energiequellen ebenso behandelt wie chemische und biologische Inhalte“, erklärt er und verspricht sich noch „eine gewisse Exklusivität, da das neue Profilfach im ersten Jahr angeboten wird.“

Technische Gymnasien

Die Technischen Gymnasien zählen zu den Vollzeitschulen, die im Anschluss an die mittlere Reife in drei Jahren mit dem Abitur zur Allgemeinen Hochschulreife führen. Von den landesweit insgesamt sieben Profilen werden an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule die Schwerpunkte Technik – künftig heißt es auch hier Mechatronik – und seit diesem Schuljahr auch die neue Umwelttechnik angeboten.

Wegen der notwendigen Laborplätze ist der Kurs auf zwölf Schüler beschränkt, im kommenden Schuljahr könnten es auch zwei Klassen werden. Das weiterführende Gymnasium ist zunächst für Schüler gedacht, die von Realschule oder Werkrealschule kommen. Nur 25 Prozent der Plätze sind Schulwechslern vom allgemeinbildenden Gymnasium vorbehalten. Wenn nicht alle Plätze ausgeschöpft sind, dürfen es auch mehr sein.


Hanspeter Walter, Südkurier Überlingen, 28.02.12 nach oben