> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 25. Juni 2012
 

Geschichte voller Tradition und Stolz

Jörg-Zürn-Gewerbeschule feiert 175-jähriges Bestehen - 
Redner heben Wichtigkeit guter Ausbildung hervor

Landrat Lothar Wölfle (links) gratulierte Schulleiter Kurt Boch zum 175-jährigen Bestehen der Jörg-Zürn-Gewerbeschule und überreichte ihm einen Scheck des Bodenseekreises als Schulträger zur weiteren Verbesserung der technischen Ausstattung der Schule.
Bild: Kleinstück

Überlingen – Mit einem Festakt in der Kreissporthalle und einem Tag der offenen Tür hat die Jörg-Zürn-Gewerbeschule ihr 175-jähriges Bestehen gefeiert. Die Festredner hoben zum einen die Wichtigkeit des Schulstandorts Überlingen und die Unabdingbarkeit guter Ausbildung hervor, zum anderen lobten sie die Festzeitschrift, die die Menschen, die die Schule besucht haben, in den Mittelpunkt stellt.

Schulleiter Kurt Boch sagte, die Gewerbeschule könne auf eine mit Tradition und Stolz erfüllte Geschichte zurückblicken. Sie sei in 175 Jahren den jeweiligen Entwicklungen des Berufslebens und den Anforderungen der Wirtschaft gerecht geworden. Boch: „Die Schule hat sich zu einer modernen Ausbildungsstätte, zu einem Ausbildungspartner des Handwerks und der Industrie entwickelt und sie stellt heute ein breit gefächertes Bildungsangebot bereit, das weit über den Schulstandort Überlingen und den Bodenseekreis hinaus Anziehungskraft besitzt.“ Die Festschrift ansprechend sagte der Schulleiter, mit dieser wollte man Menschen, die die Schule besucht haben, in den Mittelpunkt stellen. Sie sollte in ihren Beiträgen die Frage beleuchten, inwieweit die Gewerbeschule ihre Absolventen auf ihre zukünftigen Berufs- und Lebensweg vorbereitet habe. Enthalten seien 44 „beeindruckende“ Lebensgeschichten ehemaliger Schüler, „die nach einer Ausbildung in einer gewerblich-technisch orientierten beruflichen Schule manchmal so nicht unbedingt erwartet werden konnten“.

Boch dankte dem Bodenseekreis als Schulträger für seine „tatkräftige und großzügige Unterstützung“, weshalb sich die Schule zu einem modernen, gut ausgestatteten Zentrum für Berufliche Bildung habe entwickeln können.

Landrat Lothar Wölfle sagte, die Gewerbeschule blicke auf eine „bemerkenswerte 175-jährige Geschichte“ zurück, während der sie immer wieder neue Herausforderungen gemeistert habe. „Das ist an der Jörg-Zürn–Schule hervorragend gelungen und gelingt weiterhin.“ Wölfle sagte weiter, der Landkreis als Schulträger sei bereit, die anstehenden Veränderungen im gesamten beruflichen Bildungssystem mitzutragen, „um unsere Schule für eine gute Zukunft zu rüsten“. Der Landrat gab zu, dass es bei der technischen Ausstattung der Labore und Werkstätten noch Nachholbedarf gebe. Einen diesbezüglichen Fünf-Jahres-Investitionsplan habe das Schulamt schon entwickelt, den man in Kürze dem Kreistag vorlegen wolle, „damit insbesondere die technische Ausstattung noch besser wird, als sie ohnehin schon ist“. Wölfle würdigte abschließend die „hervoragend gelungene“ Festschrift, die „köstliche Anekdoten“ enthalte.

Susanne Pacher, Schulpräsidentin beim Regierungspräsidium Tübingen, gratulierte zum „stolzen Geburtstag“ der Jörg-Zürn-Gewerbeschule, die zu den traditionsreichsten Gewerbeschule in Baden-Württemberg gehöre. Die beruflichen Schulen stellten einen hochdifferenzierten, flexiblen und sehr leistungsfähigen Organismus dar.

In der dualen Berufsausbildung genieße die Berufsschule als Partner der Ausbildungsbetriebe und Kammern hohes Ansehen. Bei bundesweiten Vergleichsuntersuchungen sei die hohe Qualität der dualen Berufsausbildung in Baden-Württemberg schon mehrfach gewürdigt worden. Die vertrauensvolle und kooperative Zusammenarbeit mit den dualen Partnern sei wohl in keinem anderen Bundesland so stark ausgeprägt wie in Baden-Württemberg. „Um dieses duale System beneiden uns viele Länder, vielleicht fast alle in der Welt“, so Pacher. Sie zeigte sich überzeugt, dass berufliche Schulen für die kommenden Herausforderungen aufgrund des demografischen und technischen Wandels gut gerüstet seien.

Klaus Abberger, der das Technische Gymnasium der Gewerbeschule besuchte und heute als Ökonom an der Konjunkturforschungsstelle Zürich arbeitet, sagte in seiner Festrede, eine gute Allgemeinbildung sei das wichtigste Rüstzeug, das die Schule einem geben sollte. Die Schulen forderte er auf, Schüler zu fördern und Talente herauszustellen. Eine gute Ausbildung werde in Zukunft noch wichtiger als heute, so der Ökonom. Das Überlinger Schulzentrum stellt seinen Ausführungen zufolge einen ganz wichtigen wirtschaftlichen Faktor für die Stadt Überlingen dar. Man könne auf dies sehr stolz sein. Überlingen sei dadurch zu einem Bildungsstandort geworden. Auch in Zukunft werde das Zentrum weiter Wertvolles leisten müssen. „Eine Investition in die Bildug ist auch eine Investition in die Zukunft“, sagte Abberger

Nach einem Stehempfang hatten die Gäste in den Räumen und Werkstätten der Schule die Möglichkeit, sich über das breite Ausbildungsspektrum der Gewerbeschule zu informieren, mit dem die Jugendlichen die Möglichkeit haben, eine ihren Neigungen und Fähigkeiten entsprechende Qualifikation zu erwerben.

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175 Jahre Jörg-Zürn-Gewerbeschule


Holger Kleinstück, Südkurier Überlingen, 25.06.12 nach oben