> Pressespiegel >Bericht: SÜDKURIER, 15. Februar 2011
 

Zwei neue Profilklassen

Freude an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule und Claude-Dornier-Schule

Überlingen - Zwei neue Profilklassen an beruflichen Gymnasien soll es zum neuen Schuljahr im Bodenseekreis geben: Eine Klasse für Umwelttechnik an der Jörg-Zürn- Gewerbeschule in Überlingen und eine Klasse für Gestaltungs- und Medientechnik an der Claude-Dornier-Schule in Friedrichshafen. Das hat Landrat Lothar Wölfe dem Kreistagsausschuss für Verwaltung und Kultur gestern zur Kenntnis gegeben.

Die Einrichtung der neuen Klassen steht im Zusammenhang mit der landesweiten Erweiterung um insgesamt 100 Klassen.

„Das neue Profil Umwelttechnik an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule ist ein Pilotprojekt und erfolgt an insgesamt zehn Technischen Gymnasien im Land. Wir freuen uns, dass wir eines davon sind“, erklärt Schulleiter Kurt Boch im Ausschuss. Damit habe das Technische Gymnasium Überlingen zwei Profile: Technik und Umwelttechnik. „Momentan bildet sich eine Kommission, die den Lehrplan erarbeitet“, erklärt Boch.

Junge Frauen für das Technische Gymnasium zu gewinnen, das erhofft sich der Schulleiter der Claude-Dornier-Schule, Stefan Oesterle. „Erfahrungsgemäß lassen sich junge Frauen nur bedingt für die Profile Technik und Informationstechnik begeistern“, sagt er. Die Bestandteile des neuen Profils, nämlich Mediendesign, Produktdesign, Flächengestaltung, visuelle Wahrnehmung, Projektbearbeitung, Arbeiten an Rechnern und Malen, seien hingegen Tätigkeiten, die jungen Frauen eher zusagten. „Ich erhoffe mir deshalb einen Anstieg der weiblichen Schülerzahlen und damit auch eine Veränderung der Atmosphäre an der Schule, die momentan noch ziemlich männlich geprägt ist“, sagt Oesterle. „So ein paar Frauen tun gut.“

Mit der Einrichtung von zwei weiteren Klassen, komme man dem Ziel, auch 

Freuen sich über die neuen Profile an ihren Schulen: der Leiter der Claude-Dornier-Schule, Stefan Oesterle (links) und Kurt Boch, Rektor an der Jörg-Zürn-Gewebeschule in Überlingen.
Bild: Bast

Schüler aufzunehmen, die als Schnitt eine Note Drei haben, ein Stückchen näher, freut sich Norbert Zeller (SPD), der sich damit aber noch nicht zufrieden gibt: „Ich möchte, dass das gesetzlich verankert wird.“ Dass die neuen Klassen kostenneutral eingeführt werden sollen, halte er aber „schlichtweg für ein Unding und für nicht machbar“, macht Zeller deutlich. Er regte an, das Land aufzufordern, für die personellen Voraussetzungen Sorge zu tragen. Landrat Lothar Wölfle griff die Anregung gerne auf.

„Die beruflichen Gymnasien sind in Baden-Württemberg ein Erfolgsmodell, da schauen andere Länder mit Interesse drauf“, freute sich Hans-Peter Wetzel (FDP) und erklärte: „Unser Ziel muss sein, möglichst viele Schüler gut auszubilden.“

Der Ausbau der beruflichen Schulen werde den Ausschuss für Verwaltung und Kultur noch viel beschäftigen, sagte Landrat Lothar Wölfle voraus. Künftige Themen seien Ganztagesschulen und ein Herausstellen der Gleichwertigkeit zu allgemeinbildenden Gymnasien. „Immerhin werden an beruflichen Gymnasien mindestens so viele Hochschulreifen abgelegt wie an allgemeinbildenden Gymnasien.“

Profil Umwelttechnik

Jörg-Zürn-Gewerbeschule: Mit dem neuen Profilfach "Umwelttechnik" sollen gezielt junge Menschen mit einem Interessenschwerpunkt im Bereich des Umweltschutzes angesprochen werden. Ausgewählte Punkte der Umwelttechnik werden unter technischen und naturwissenschaftlichen Aspekten beleuchtet. Behandelt werden Themen wie Mobilität, Gebäudetechnik, regenerative Energien, Abfall und Recycling. Die räumliche und sächliche Ausstattung ist an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule vorhanden und die Lehrerversorgung ist sichergestellt. Eine Zusätzliche Investition ist nicht notwendig. 

Profil Gestaltung- und Medientechnik

Claude-Dornier-Schule: An der Claude-Dornier- Schule ist im aktuellen Schuljahr ein dreizügiges technisches Gymnasium mit den drei Profilen Technik, Informationstechnik sowie Technik und Management eingerichtet. Mit dem Profil „Gestaltungs- und Medientechnik“ will sich die Schule noch stärker dem Thema „Junge Frauen in der Technik“ öffnen. Das Profil zielt besonders auf die Berufe Architekt, Bühnenbildner, Designer, Informatiker, Medieninformatiker, Szenenbildner, Mediendesigner und Webdesigner ab, fördert aber auch allgemein die Kreativität und die logisch-analytische Denkweise. An der Schule sind die sächlichen Voraussetzungen wie Maler- und Modellwerkstätten, Computerräume und Internetsysteme vorhanden. Die Einrichtung des Profils ist daher kostenneutral.


Eva-Maria Bast, Südkurier Überlingen, 15.02.11 

nach oben