> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 25. Juli 2011
 

Wettrennen der Miniboote

Schüler konstruieren ihre eigenen Solar-Schiffe - 
Platz drei für "Freibeuter" der Jörg-Zürn-Gewerbeschule

Spiel, Spaß, Spannung: Die Schüler feuern ihr Boot an, schließlich soll es als schnellstes ans Ziel kommen. Am Schluss hat das Team aus Singen gewonnen.  Bild: Scherrer

Konstanz Jubel und Anfeuerungsrufe hallten über den Innenhof der Konstanzer Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG). Hier feierten nicht Studenten ausgelassen eine überstandene Prüfung, sondern Schülerteams wetteiferten beim Solarbootrennen, veranstaltet von der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik an der HTWG. Singener Jugendliche hatten die Nase vorn.

Der Schülersolarbootwettbewerb wird seit 2008 jährlich ausgelobt. Die Jugendliche konzipieren in wochenlanger Kleinarbeit selbst Mini-Solarboote, die dann im Rahmen des Solarbootrennens „Korona Minis“ auf ihre Funktionstüchtigkeit getestet werden.

Der erste Hahnenschrei, der durch die Lautsprecher tönte, gab das Startsignal. Immer zwei Solarboote mussten den rund 15 Meter langen Kanal durchschiffen. „Souverän, zuverlässig gleitet die Nautilus zur Ziellinie“, kommentierte der Moderator, HTWG-Professor Wolfgang Skupin. „Und wie wir alle sehen: auch bei bedecktem Wetter bringen die Boote gute Leistung“, ergänzte er. Shadow Warrior von der Zeppelin-Gewerbeschule Konstanz hatte als erstes Boot das Ziel erreicht. Die Konstrukteure waren sichtlich erleichtert.

„Wir haben heute Morgen noch an dem Boot gearbeitet“, gestanden Frederick Drefahl und Johann-Philipp Thiers. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir das schaffen. Ich wäre schon froh gewesen, wenn sich das Schiff einen Zentimeter bewegt“, grinste Thiers jetzt aber sichtlich stolz. „Den Schiffsrumpf haben wir aus Styrodur gebaut.

Dazu noch Distanzhalter, damit der Motor Platz hat, und oben auf der Spanplatte haben wir die Solarmodule befestigt“, erläuterte der Schüler, der das Projekt toll fand: „Es hat Spaß gemacht. 

Nicht einfach Frontalunterricht. Wir konnten selber überlegen, tüfteln und ausprobieren.“ Für Furore sorgte das Boot der Klasse 10c des Konstanzer Alexander-von- Humboldt-Gymnasiums.

Die Nachwuchsingenieure hatten zwei Luftballons als Schwimmkörper verwendet. Der Mut der Tüchtigen zahlte sich aus. Das Boot preschte über den Kanal. „Wir hatten auch wirklich lange überlegt“, berichtete Luca Kellerstraß. „Aber Luftballons verringern die Reibung extrem. Und leicht ist das Boot; gerade einmal 280 Gramm.“ Apropos technische Details. Die Schülerteams hatten nicht nur Solarboote konzipiert und erbaut, sondern auch noch Plakate mit sämtlichen wichtigen Daten, Fakten und Konstruktionsplänen entworfen.

Diese wurden – wie die Rennen – ebenfalls von der Jury bewertet. In dieser vertreten waren Waltraud Liebl-Kopitzki (Stadt Konstanz), Christian Schaffrin (HTWG), Thomas Gaetje (Verband der Elektrotechnik VDE) sowie die Schülerinnen und Schüler selbst, die ebenfalls Punkte verteilen mussten.

Und Müssen ist der richtige Ausdruck, „es ist ziemlich hart, eine Wertung abgeben zu müssen, denn jeder von uns weiß, was es für eine Arbeit ist, ein Boot zu bauen“, seufzte Jona Eritt vom Otto-Hahn-Gymnasium in Tuttlingen. Auch wenn es Preise und Sieger gab, so sind sich die Beteiligten einig: Alle hatten exzellente Leistungen erbracht und vor allem hat das Tüfteln und Konstruieren ebenso wie die Funktionstests vor großem Publikum viel Spaß gemacht.


Aurelia Scherrer, Südkurier Bodenseekreis, 25.07.11 nach oben