> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 10. Juni 2011
 

Streit um Aufenthaltsraum geht weiter

Schülermitverantwortung kündigt Proteste gegen das Vorgehen des Landratsamts an

Überlingen - „Das fehlende Interesse des Landratsamts an den Interessen der Schüler“ kritisiert die Schülermitverantwortung (SMV) der Jörg-Zürn-Gewerbeschule Überlingen in einer Pressemitteilung zum Streit um den Schülerarbeitsraum, der vom Landratsamt als Schulträger zu einem Hausmeisterbüro wurde. Der Unmut der Schüler, den sie bereits in einem Streik zum Ausdruck gebracht hatten, gehe nur zum Teil auf die Umnutzung des Raumes zurück, versichert die SMV.

„Viel mehr trägt die Vorgehensweise des Landratsamts zum Unmut der Schüler bei“, heißt es in der Pressemitteilung. „Wenn das Landratsamt über ein halbes Jahr plant und die betreffenden Schüler in einem Gespräch am Ende dieses Prozesses beiläufig informiert, dann ist dies ein unverschämtes und nicht zeitgemäßes Verhalten, welches einen Interessenkonflikt geradezu heraufbeschwört“, meint Schülersprecher Adrian Wiemer. Das Landratsamt solle sich nicht allzu sicher sein, dass die SMV klein bei gebe.

Die Schüler forderten ergebnisoffene Verhandlungen zu allen Umstrukturierungsmaßnahmen in den Kreisschulen unter ernsthafter Einbeziehung der Schülervertretungen. „Sollte diese Minimalforderung nicht erfüllt werden, werden die Schüler mit weiteren Aktionen ihren Unmut deutlich zu machen.“

Das Landratsamt habe immer die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt und 

Schülersprecher Adrian Wiemer protestiert nach wie vor gegen die Haltung des Landratsamts zum Streit um das Aufenthaltszimmer der Schüler.
Bild: Bast

miteinander abgewogen, hält der Pressesprecher des Landratsamts, Robert Schwarz, dagegen. „Nachdem der Wunsch an uns herangetragen wurde, dass die SMV bei den Gesprächen über das Hausmeisterraum-Problem dabei ist, haben wir dem sofort entsprochen.“ Das nun von der SMV geforderte Prinzip „Verhandeln bis mir das Ergebnis passt“ werde hier nicht funktionieren.

Ohnehin sei die Bezeichnung „Arbeitsraum“ irreführend. „Der mit alten Sofas vollgestellte Raum wurde als Freizeitraum genutzt. Ein gleichwertiger Raum, nur eine Treppe höher, wurde den Schülern als Alternative angeboten.“ Aufgabe des Landratsamts sei, für einen ordentlichen Schulbetrieb und Sicherheit auf dem Campus zu sorgen, so Schwarz. „Ein arbeitsfähiger Hausmeisterdienst gehört unbedingt dazu.“

 
 
Eva-Maria Bast, Südkurier Überlingen, 10.06.11 nach oben