> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 20. November 2010
 

Biotechnologie auf Anhieb ausgebucht

Norbert Zeller will Dauergenehmigung für Schulzweig erreichen

Überlingen - SPD-Bildungspolitiker Norbert Zeller will sich für eine Dauergenehmigung des Biotechnologischen Gymnasiums an der Überlinger Justus-von-Liebig-Schule stark machen. Die 24 Plätze des neuen Schulzweigs waren auf Anhieb nicht nur ausgebucht, die Zahl der Interessenten lag noch deutlich höher. Limitierend waren die Laborplätze, die in Zusammenarbeit mit dem Berufskolleg an der benachbarten Jörg-Zürn-Gewerbe-Schule genutzt werden können. Daher will sich der Fraktionsvorsitzende der SPD im Kreistag beim Schulträger nicht nur für eine Verbesserung der Ausstattung ab dem Jahr 2012 einsetzen, sondern auch die bislang bis 2013 befristete Genehmigung verlängern. „Das ist ein zukunftsträchtiger Schulzweig“, sagte Zeller nach einem Besuch der beruflichen Schulen und Gymnasien, „und sollte daher zu einer Dauereinrichtung werden.“ Der bislang zweizügige ernährungswissenschaftliche Zweig an der Justus-von-Liebig-Schule ist in diesem Jahr reduziert worden und mit 31 Schülerinnen und Schülern ebenfalls voll belegt.

Auch an der Constantin-Vanotti- und an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule hatte Zeller Gespräche mit der Schulleitung geführt und sich nach den Sorgen und Nöten erkundigt. Schon seit einigen Jahren ist der Andrang auf das vierzügige Wirtschaftsgymnasium 

größer als das Platzangebot. Daher ist der formelle notwendige Notendurchschnitt von 3,0 in den Hauptfächern schon jetzt keine Garantie mehr. Verschärft werde das Problem allerdings durch einen höheren Druck, den die Schulen aus den neuen Werkrealschulen künftig erwarteten. „Den Schülern wird hier eine Hoffnung gemacht, die später teilweise enttäuscht werden wird“, sagt Norbert Zeller, der als Kritiker der Schulform bekannt ist.

Die schlechteren Voraussetzungen von Werkrealschülern insbesondere in den Naturwissenschaften gegenüber Realschülern sei eine Sorge der weiterführenden Schulen, erklärte der SPD-Bildungspolitiker. Zum anderen konkurrierten aber beide bei einem beschränkten Platzangebot mit ihren Noten, die nicht unbedingt vergleichbar seien. Ob die eigenen Ergebnisse reichten, könne für die Schüler so zu einem „Lotteriespiel“ (Zeller) werden. Die SPD-Fraktion wolle daher im Landtag einen Gesetzesentwurf einbringen, der einen Rechtanspruch sicherstelle, mit dem geforderten Notendurchschnitt von 3,0 einberufliches Gymnasium auch gesichert besuchen zu können. Nebenbei bekräftigte Zeller seine Forderung, jede Hauptschule solle einen „echten“ Realschulabschluss anbieten und geeignete Schüler mit individueller Förderung darauf vorbereiten können.

 
 
 

Hanspeter Walter, Südkurier Überlingen, 20.11.10  

nach oben