> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 21. April 2004
 

Wohnheim lässt auf sich warten

Schüler-Unterkunft: Auszug der Mieter aus städtischem Gebäude zieht sich hin

Überlingen (hpw) Nicht so schnell wie erhofft geht es mit dem geplanten Schülerwohnheim voran. Der Bauausschuss befürwortete zwar jetzt noch einmal Änderungspläne, doch Räumung und Abbruch der alten Gebäude verzögert sich. Ostern 2005 ist der neue angepeilte Fertigstellungstermin.

Die Stadt hat zwar schon seit dem vergangenen Herbst die erforderliche Abbruchgenehmigung für die Altbauten, im Oktober gab der Bauausschuss grünes Licht für den Neubau eines Schülerwohnheims an der Obertorstraße. Dringender Bedarf besteht unter anderem für Berufskollegiaten und Auszubildende der Jörg-Zürn-Gewerbeschule. Daher drängte auch der Förderverein der Schule auf die Genehmigung der Baumaßnahme und konnte auch die städtischen Gremien überzeugen.

Doch die so genannte "Entmietung", wie es im Verwaltungsjargon heißt, ist bis heute noch nicht ganz abgeschlossen. Noch wohnt eine siebenköpfige Familie hier, die zwar gewillt ist auszuziehen, aber noch nicht in ihr neues Heim einziehen kann. "Wir haben einen vollstreckbaren Titel zum Monatsende", erklärte Christine Jegler von der städtischen Liegenschafts- und Gebäudeverwaltung. Dann hofft sie, dass die letzten Mieter das Gebäude verlassen haben: "Sonst können wir den Gerichtsvollzieher schicken."

Von insgesamt vier Familien war das städtische Gebäude einmal bewohnt, zwei haben schon länger eine Alternative gefunden, die dritte ist derzeit im Auszug begriffen. Doch die Räumung der letzten Wohnungen gestaltet sich schwieriger.

Dabei ist die Konfrontation zwischen den letzten Bewohnern der städtischen Immobilie und der Stadt gar nicht so groß wie die eingesetzten juristischen Mittel vermuten lassen. "Wir haben uns nicht gestritten vor Gericht", sagt Jegler: "Doch wir brauchen einen formalrechtlich begründeten

Anspruch." Die Familie habe nämlich selbst schon eine Wohnung erworben, doch hätten die dortigen Mieter diese noch nicht frei gemacht. "Es ist ein echter Teufelskreis", sagt Christine Jegler.

Denn auch Architekt und Bauherr Peter Burkhardt wolle mit der Vertragsunterzeichnung abwarten, bis das Gebäude geräumt sei. Doch der Planer ist jetzt zuversichtlich. "Wir haben vor, dass wir Ende April zum Notar gehen", erklärte Burkhardt auf Anfrage: "Wir sind soweit."

Die Planung und die Finanzierung des Projekts stehe. In den nächsten Wochen wolle sein Büro die Ausschreibung der Rohbauarbeiten verschicken. Bis zum möglichen Baubeginn sei allerdings noch etwas Zeit, da die Stadt zunächst die Abbrucharbeiten vergeben und ausführen lassen müsse. "Wir gehen davon aus, dass wir Ende Juni die Baufirmen beauftragen können", betonte der Architekt. Je nach Verfügbarkeit könne entweder noch vor oder direkt nach den Handwerkerferien mit den Bauarbeiten begonnen werden. Burkhardt: "Wir hoffen, dass wir Ostern 2005 dann fertig sind."

Auf drei Etagen waren bislang 59 kleine Appartements vorgesehen, die auf einer Fläche von rund 20 Quadratmetern allesamt Nasszellen und Küchenecken enthalten. Einige etwas größere Zimmer sind auch für Rollstuhlfahrer ausgelegt.

Nach der vorgesehenen Änderung sollen im zweiten Obergeschoss vier der Zimmer zu einer größeren Hausmeisterwohnung zusammen gelegt werden. Im Untergeschoss sind nun auch eine Selbstbedienungs-Küche und zwei Räume als Materiallager vorgesehen. Durch weitere Umplanungen und verbesserte Brandschutzmaßnahmen wird der Bau rund einen Meter breiter, allerdings innerhalb der ausgewiesenen bebaubaren Fläche. Der Ausschuss stimmte den Änderungen einstimmig zu.

 
 
 

Hans-Peter Walter, Südkurier Überlingen, 21.04.04

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