> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 07. August 2004
 

Auch bei Kopfschmerzen zu helfen gewusst

Sekretärin Heidrun Schwarz hatte gestern ihren letzten Arbeitstag an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule

Überlingen - Ich habe sie immer so behandelt, als wären es meine eigenen Kinder." Wenn Heidrun Schwarz auf ihre Zeit als Sekretärin an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule in Überlingen zurückblickt, dann wird schnell eines deutlich: Die Arbeit mit den Schülern hat sie immer als wichtigste Aufgabe in ihrer 18-jährigen Tätigkeit an der Schule angesehen. "Es war schön mit den Schülern, ich bin sehr gut ausgekommen mit ihnen", sagt Schwarz. Dabei gibt sie aber auch zu, dass sie schon einen anderen Ton angeschlagen habe, "wenn mir einer mal pampig kam". Am gestrigen Freitag nahm sie letztmalig ihre Tätigkeiten als Sekretärin der Gewerbeschule wahr. 

Seit September 1986 steuerte Heidrun Schwarz den Verwaltungsapparat der Schule, zunächst mit ihren Kolleginnen Lindner und Kranz unter Leitung von Eberhard Pross und Kurt Boch (seit 1995), seit fünf Jahren gemeinsam mit Martina Eichler. Ihre Arbeiten dabei waren alles andere als eintönig. "Sie hat einfach alles gemacht", betont Martina Eichler, die künftig mit einer jungen Kraft die Aufgaben Schwarz übernimmt. Dazu gehörten beispielsweise die jährliche Schüleranmeldung für elf Vollzeitklassen und für die Lehrlinge mehrerer Handwerksberufe - insgesamt rund 700 Schüler. "Dabei tat es mir immer leid, wenn ein Schüler auf die Warteliste kommen musste, vor allem beim zweiten Bildungsweg", erinnert sich Heidrun Schwarz. Weiter kümmerte sie sich um die Bestellungen und Ausgaben von Schülermonatskarten, um Auto-Genehmigungen für Schüler, um den Haushalt der Schule oder auch um die Ausgabe von Schmerztabletten, "wenn ein Schüler mal ein Wehwehchen hatte".

Während ihrer Zeit als Sekretärin arbeitete Heidrun Schwarz mit drei Schulverwaltungsprogrammen. "Am Anfang bin ich auf eigene Kosten zur Schulung nach 

Ob sie jetzt in ein Loch fällt? "Keineswegs", sagt sie. "Mein Lebensabend wird mir nicht langweilig. Dafür sorgen schon meine fünf Enkelkinder", lacht Heidrun Schwarz. Auch freut sie sich, jetzt mit ihrem Lebensgefährten Erhard 

Heidrun Schwarz war seit September 1986 Sekretärin an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule Überlingen. Gestern war ihr letzter Arbeitstag. 
Bild: Kleinstück

mehr wandern zu können. Und sonst? "Die  Arbeiten, die ich nur am Wochenende habe erledigen können, mach' ich jetzt an jedem Tag", sagt sie. Friedrichshafen gefahren", betont die 62-Jährige. Dabei dankt sie Gerhard Löffler, der für die Computertechnik an der Schule zuständig ist und sie maßgeblich unterstützt habe.

Angefangen im öffentlichen Dienst hatte Heidrun Schwarz bereits 1960 als Verwaltungsangestellte beim Landratsamt Überlingen, wo sie bis zur Geburt ihres ersten Sohnes Ivo im Jahr 1969 arbeitete. Zwei Jahre später folgte ihr Sohn Tim. Um ihre Kinder kümmerte sich die alleinerziehende Mutter dann den ganzen Tag. Erst 1981 kehrte sie in das Berufsleben als Teilzeitkraft für Fotosatz beim damaligen Unternehmen Stephanusdruck in Uhldingen-Mühlhofen zurück, bevor sie 1986 an der Gewerbeschule begann. Erst 30 Stunden die Woche, später 32 und seit 1999 mit 38,5 Stunden. "Doch die reichten oft nicht aus", betont Schwarz, deren Arbeitstag offiziell um sieben Uhr begann und gegen 15 Uhr endete. Dabei machte es ihr nichts aus, bereits um 4.30 Uhr aufzustehen, um dann in Ruhe Kaffee zu trinken und den SÜDKURIER zu lesen. "Doch wirklich, so war es", unterstreicht sie schmunzelnd.

 
 
 

Holger Kleinstück, Südkurier Überlingen, 07.08.04

nach oben