> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 30. September 2003
 

Schule kommt nicht zu kurz

Austauschgruppe aus dem polnischen Tschenstochau an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule Überlingen

Überlingen - Freundschaftliche Beziehungen pflegt die Jörg-Zürn-Gewerbeschule Überlingen zu einer Berufsschule in Czestochawa in Polen. In den vergangenen Tagen kam es zum ersten Schüleraustausch. Junge Polen hielten sich an der Jörg-Zürn-Schule auf. Am 23. Oktober werden Jörg-Zürn-Schüler zum Gegenbesuch nach Czestochowa reisen.

Drei polnische Städte? Machbar. Drei Sportler? Wird schwierig. Drei Musiker? Hoffnungslos. Wie wenig die Deutschen doch eigentlich von Polen, immerhin einem unserer größten europäischen Nachbarn wissen, erfuhren Schüler an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule im Rahmen eines Austauschs mit Schülern aus Czestochowa am eigenen Leib. Bei einem Quiz über das Partnerland versagten sie kläglich, während die polnischen Gäste sich wacker schlugen.

Denen gefiel es dennoch bestens bei ihrem ersten Bodensee-Besuch. Ein "herzliches Dankeschön" richtete nicht nur Lena Pawlak, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Marzena Sierawska die Schüler begleitet hatte, an die deutschen Gasteltern. Insbesondere das "erwachsene Benehmen" der Überlinger Schüler hatte ihr imponiert.

Auch Oswald Burger, der die Austausch- Premiere seitens der Jörg-Zürn-Gewerbeschule zusammen mit Hermann Löchner und Kurt Boch begleitet hatte, zeigte sich erfreut über den reibungslosen Ablauf. Immerhin, waren die deutschen Lehrer eben erst vor einem Jahr zu Besuch in Polen gewesen, um die Möglichkeiten für eine Schülerbegegnung auszuloten. Hintergrund des Austauschs ist eine Partnerschaft des Bodenseekreises mit dem polnischen Landkreis Tschenstochau (Czestochawa), in dem unter anderem auch der größte gleichnamige Marienwallfahrtsort des katholisch geprägten Landes liegt.

Nachdem beim gegenseitigen kennen lernen in Überlingen neben Erkundungen und Besichtigungen in der Region unter anderem eine

Völkerverständigung bei Dinnele und Süßmost: Beim Abschlussabend des deutsch-polnischen Schüleraustausches mit der Jörg-Zürn- Gewerbeschule im "Moserhof" in Überlingen durften die insgesamt 30 Schüler und sechs Lehrer noch mal dicht zusammen rücken.
BILD: RICHERS

Fahrt zum Oktoberfest in München auf dem Programm stand, werden die Schüler der Jörg-Zürn-Gewerbeschule bereits am 23. Oktober zum Gegenbesuch nach Polen reisen. Durch einen gemeinsamen Besuch mit den Gästen in der KZ-Gedenkstätte Dachau bereits sensibilisiert, werden sie in Polen dann auch mit Bildern des Lagers Auschwitz konfrontiert.

Doch neben der geschichtlichen Bildung soll zudem das schulische Lernen nicht zu kurz kommen. Immerhin stammen die polnischen Jugendlichen nicht nur ebenfalls von einer gewerblichen Berufsschule mit

den Schwerpunkten Mechanik und Elektrik, sie gehen außerdem in die gleiche Klassenstufe und bewegen sich somit auf einem vergleichbaren Lemniveau.

Schwierigkeiten ergeben s ich da höchstens bei der Verständigung - die Deutschen können kein Polnisch und auch bei den Polen sprechen nur wenige ein passables Deutsch. "Aber auch hier wird aus der Not kurzerhand eine lügend gemacht", freut sich Begleitlehrer Oswald Burger: "Da haben endlich alle Schüler einmal Gelegenheit, Englisch zu, sprechen." Und es klappte.

 
 
 

Yannik Richers, Südkurier Überlingen, 30.09.03

nach oben