> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 24. November 2003
 

Schon beschämend herzlich

Ausstellung über Hitler-Attentäter Georg Elser eröffnet

Überlingen - (mig) Geschichtsunterricht praktisch - das hat an der Jörg-Zürn- Gewerbeschule schon Tradition. Sechs Schüler haben sich in Projektarbeit mit dem Hitler- Attentäter Georg Elser (1903-1945) und dessen Attentat vom 8. November 1939 auseinander gesetzt. Ergebnis der praktischen Geschichtsarbeit mit Regionalbezug ist eine Ausstellung in den Räumlichkeiten der Jörg-Zürn-Gewerbeschule.

Zur Eröffnung anlässlich des 64. Jahrestags des Attentats hielt der Konstanzer Lehrer und Buchautor Andreas Grießinger einen packenden Vortrag über die Persönlichkeit Elsers. Darin zeichnete er sehr plastisch den Fluchtweg des Attentäters nach, der von München über Ulm und Friedrichshafen nach Konstanz führte. Bevor er jedoch die Schweizer Grenze erreichen konnte, wurde er von deutschen Grenzbeamten festgenommen. Die von der Gestapo bei den Verhören angefertigten Protokolle sind fast die einzige Quelle über das Wirken Elsers.

Trotz dieser dürftigen Quellenlage arbeiteten sich die Gewerbeschüler in diesen Teil der deutschen Geschichte ein und recherchierten über Widerstand während des Dritten Reichs, die Rolle der Schweiz bei der Aufnahme von Flüchtlingen und Verfolgten sowie die Bombenkonstruktion. Da letztere leider nur als schriftliche Notizen vorlagen, machten die Schüler aus der Not eine 

Eröffnung der Elser-Ausstellung: Paul Baur (hinten links), Andreas Grießinger (hinten Mitte) und Oswald Burger (hinten rechts) mit den Schülern des Geschichtsprojekts.

Tugend und rekonstruierten daraus eine Zeichnung der Bombe. Ihre Ergebnisse hielten sie in Schaubilder fest, die nun in der Ausstellung zu sehen sind, und trugen sie bei der Eröffnung in Form von Referaten vor.

Das Attentat schlug trotz aller präzisen Vorbereitungen Elsers fehl, weil Hitler den Raum einige Minuten früher als geplant verließ - sonst wäre die deutsche Geschichte wahrscheinlich gänzlich anders verlaufen.

 
 
 

Oswald Burger, Südkurier Überligen, 24.11.03

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