> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 10. Februar 2017

 Informationstag soll Klarheit bringen

Die berufliche Schulen stellen sich und ihr Angebot vor - Umfassende Bildung steht im Mittelpunkt der Profile

Überlingen –Unter dem Motto "Lust auf Bildung?" haben die drei beruflichen Schulen in Überlingen zum Infotag eingeladen. „Jeder Schüler sucht sein Profil“ erklärte Franz Hans, Lehrer an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule, die zusammen mit der Constantin-Vanotti-Schule und der Justus-von-Liebig-Schule den zukünftigen Schülern Profile aufzeigen und auch Antworten geben möchte.

„Lust auf Bildung?“ war dabei nur die eine Hälfte des Mottos. Die mittlere Reife, die Fachhochschulreife, die allgemeine Hochschulreife oder eine berufliche Ausbildung sind immer mit Bildung verbunden. Und für viele Schüler steht in diesen Tagen die Entscheidung darüber an, wie es mit ihnen in der Zukunft weitergehen soll. Die Halbjahreszeugnisse sind da, und mit denen geht in den nächsten Bildungsabschnitt. Noch bis Ende Februar müssen sich die Schüler bewerben, wenn sie an einer der drei beruflichen Schulen weitermachen wollen.

Dabei geht es längst nicht mehr nur um die klassischen Lehrberufe wie Schreiner, Mechatroniker oder Schlosser. „Bohren, drehen, schleifen gehört zur Grundausbildung des Schreiners“ wie Lehrer Hubert Gobs erklärt. Doch auch die Zukunft wird vermittelt: Dazu gehört beispielsweise die Programmierung und Bedienung einer 5-Achs-CNC-Maschine, die vollautomatisch bohrt, sägt und schleift. „Solch eine Maschine findet man schon in vielen Betrieben“, so Gobs.

„Lust auf Zukunft?“ war somit die zweite Hälfte des Mottos beim Infotag. Zukunftstechnologien stehen in den Schulen im Vordergrund, so wie die Arbeit mit einem 3D-Drucker. Oder Medientechnologie, die Georg Schömer vermittelt: Auch als Lehrer muss er ständig neu lernen, um am Computer immer auf dem aktuellen Wissenstand zu bleiben. „Kritikfähigkeit mit Fake News“ ist so ein neues Thema.

   

Sein Ziel ist das Sportabitur

Claudius Kretz, 17 Jahre, Constantin-Vanotti-Schule: Bis zur zehnten Klasse war er an der Realschule, dann wechselte er zum Wirtschaftsgymnasium. "Die Schule hat mir gefallen", sagt er. Er hat sich informiert und letztlich für die Constantin-Vanotti-Schule entschieden. "Das Gebäude, die Stimmung, das hat gepasst." Er spricht von der klaren und einfachen Organisation und dem simplen und doch ansprechenden Gebäude. Das hat ihm imponiert. Er hat hier auch viele Freunde, das hat ihm die Entscheidung zugunsten der Constantin-Vanotti-Schule zudem vereinfacht. Mit den Schülern und Lehrern versteht er sicht gut: "Ich hab keine Probleme mit den Leuten." Im Sport ist er gut und das macht ihm viel Spaß, wie er betont. Daher wird er das Sportabitur machen, schwerpunktmäßig mit Leichtathletik und Volleyball. Nach der Schule will er auf alle Fälle studieren, "vielleicht Jura oder Psychologie". Aber eine Entscheidung wird erst später gefällt. Bis dahin hat er noch ein bisschen Zeit. Jetzt ist er erst einmal am Wirtschaftsgymnasium. Und das macht ihm Spaß: "Hier kann ich das machen, was mir hilft", sagt er voller Freude. Damit meint er den Sport. "Ich bin glücklich hier!"

Ulrich Schmid (links) und Lars Neuschl beantworten Fragen von Hansjörg Straub (vorne) zu ihrem Solarflieger. | Bild: Dieter Leder

     
Lehrer als Moderatoren

An den Berufsschulen sind die Lehrer auch Moderatoren und Berater für die Schüler. Hansjörg Straub erklärt das so: „Die sollen spielen und lernen – und so an einem Projekt mit eigenem Zeitmanagement und abschließender Dokumentation arbeiten. Das macht Spaß!“ Tobias Furtwängler leitet den Seminarkurs. Dort dürfen die Jugendlichen das anwenden, was sie zuvor gelernt haben. Dazu gehört auch mal die Realisierung von großen Projekten, wie der Bau eines solargetriebenen Flugzeuges. Biotechnologie, Sozialpädagogik, Hauswirtschaft, Global Studies, Sprachen, Technik oder Management sind nur einige Angebote – an den Berufsschulen sind Bildung und Zukunft angesagt.

Mehr Chancen dank Fremdsprachen

Valentina Uka, 18 Jahre, Constantin-Vanotti-Schule: "Ich bin eigentlich Ausländerin", sagt sie. Das muss sie dazusagen, man würde es ihr nämlich nicht ansehen und auch nicht hören. Manchmal kommt ein leicht schwäbischer Akzent durch. "Ich bin Albanerin", erklärt sie. Im Schwarzwald hat sie Schwäbisch gelernt. Und Deutsch. Zu Hause aber spricht sie nur Albanisch. An der Constantin-Vanotti-Schule hat sie noch zwei weitere Sprachen gelernt: Französisch und Englisch. Aber eigentlich sind es drei Fremdsprachen, wenn man Wirtschaftsenglisch dazurechnet. "Mit den Fremdsprachen habe ich mehr Chancen, weiterzukommen." Sie geht in ihrer Überlegung gar noch einen Schritt weiter: "Umso mehr Fremdsprachen ich spreche, umso mehr kann ich später machen." Fremdsprachen sind ihre Stärke, und sie freut sich, dass sie ihre Fremdsprachen hier noch ausbauen kann. Sie ist in der elften Klasse, nächstes Jahr wird sie ihr Fachabitur machen. "Und dann stehen mir alle Wege offen." Toll findet sie den aktualisierten Stundenplan auf dem Handy: "Mit der App hast du sofort alle Infos." Sie arbeitet in der SMV mit, und ist auch bei vielen anderen Projekten dabei.


Dieter Leder, Südkurier Überlingen, 10.02.17 nach oben