> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 10. November 2016

 Schüler arbeiten auf ehemaligem Schlachtfeld

Jörg-Zürn-Gewerbeschule organisiert "Arbeit für den Frieden" zusammen mit französischer Schule

Schüler der Jörg-Zürn-Gewerbeschule arbeiten gemeinsam mit französischen Schülern in der Gedenkstätte Hartmannsweilerkopf im Elsass.
Bild: Schule

Überlingen – Weit schweift der Blick vom Hartmannsweilerkopf in den Vogesen auf den benachbarten Schwarzwald und das Rheintal. Wo heute ein beliebter Fernwanderweg durch stille Wälder führt, verlief im Ersten Weltkrieg eine hart umkämpfte Front. 25.000 deutsche und französische Soldaten fanden hier allein im Jahr 1915 den Tod.

„Travail pour la paix – Arbeit für den Frieden“: Nach diesem Motto arbeiteten 20 Schülerinnen und Schüler der Jörg Zürn Gewerbeschule und des Lycée des métiers du BTP Cernay eine Woche auf dem weitläufigen Gelände, restaurierten Treppen des historischen Rundwegs, zementierten das Dach eines ehemaligen Unterstandes, verbreiterten Wege, um den historischen Kontext greifbarer zu machen. Das schreibt die Schule in einer Pressemitteilung.

Der Hartmannweilerkopf ist heute ein Museum unter freiem Himmel. Das ehemalige Schlachtfeld liegt auf einem pyramidenförmigen Felsvorsprung, der in 956 Metern Höhe die Elsässische Ebene überragt. Dieser für Artillerieangriffe strategische Beobachtungsposten wurde auf beiden Seiten

schnell zum erbittert umkämpften Machtzentrum. 60 000 französische und deutsche Soldaten kamen hier ums Leben, rund 100 000 wurden verletzt. Aus diesem Grund wurde 1921 dieser Ort unter Denkmalschutz gestellt.

Schützengräben, Verbindungsgräben, Unterstände, unterirdische Gänge, massive deutsche Festungen, zahlreiche Überreste und vieles mehr konnten die Schüler beider Länder erkunden. Anliegen der Aktion war es, die Schrecken des Krieges ins Bewusstsein zu rufen und für alle Zukunft zu vermeiden. Der Schüler David Bonarek bringt es auf den Punkt: „Wir haben viel im Schützengraben gearbeitet und dadurch wurde uns bewusst, was alles im Weltkrieg passiert ist. Diese enorme Menge an gefallenen Soldaten, großteils in meinem Alter.“ Am letzten Arbeitstag legten die Schüler feierlich einen Kranz bei der Abschlussfeier nieder. Mit Hubert Gobs und Kurt Lenski waren zwei Lehrer der Gewerbeschule vor Ort, denen „Arbeit für den Frieden“ ein besonderes Anliegen ist. Seit 24 Jahren organisiert die Gewerbeschule, in Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge jährliche Jugendbegegnungen.


Lisa Schreiber, JZGS, 10.11.16  nach oben