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> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 07. Oktober 2013

Seit 20 Jahren Arbeit gegen den Verfall und das Vergessen

In einer Jugendbegegnung renovieren Schüler der Jörg-Zürn-Gewerbeschule Soldatenfriedhöfe in Bulgarien

                      

 Schüler der Jörg-Zürn-Gewerbeschule in Überlingen pflegen seit 20 Jahren eine Jugendbegegnung mit Bulgarien. Bei ihrem jünsten Besuch renovierten sie verschiedene Soldatenfriedhöfe.  
Bild: Gewerbeschule
      
 

Überlingen – 19 Schüler und drei Lehrer der Jörg-Zürn-Gewerbeschule haben sich im Zeichen des Friedens auf den Weg nach Bulgarien gemacht. Über die 15-tägige Reise berichtet die Schule in einem Pressetext. Im Gepäck habe die aus verschiedenen Klassen zusammengesetzte Gruppe unter der Leitung von Hubert Gobs große Ziele gehabt, die sich – wie sich im Rückblick feststellen lasse – durch Fleiß und Ausdauer erreichen ließen. Gemeinsam mit Schülern der Partnerschule aus Varna und weiteren Schülern aus Sandanski, heißt es in dem Pressetext, wurden die deutschen Soldatenfriedhöfe in Marino Pole, Petrisch und Sandanski, sowie das Fliegergrab in Roshen renoviert und gepflegt. Inschriften wurden erneuert, Bepflanzungen und Gräber gepflegt und so gar eine Treppe neu angelegt. Ergänzt wurde die Arbeit auf den Soldatenfriedhöfen durch verschiedene Workshops nicht nur zum Thema Frieden, sondern auch um die Kultur der Gastgeber, deren Sprache, Bräuche und nicht zuletzt die Gastgeber selbst kennen zu lernen.

Verschiedene Ausflüge führten durch das Sandsteingebirge nach Melnik, es wurde das Roshen- und das Rilakloster (UNESCO Weltkulturerbe) besichtigt sowie die Gedenkstätte in Kerdillia (Griechenland) besucht.

In Kerdillia, wo die SS im Zweiten Weltkrieg die männliche Bevölkerung zwischen 15 und 65

Jahren erschießen ließ, trafen die Schülerinnen und Schüler den damals 14-jährigen Zeitzeugen Panajotis Tsiangas, der seine beeindruckende Geschichte offen erzählte und nachhaltigen Eindruck auf die Jugendlichen hinterließ.

Schließlich wurden auf einer mehrtägigen Wanderung im Piringebirge die verwitterten Wegweiser des Friedenspfads erneuert respektive ausgetauscht, so dass der Pfad des Friedens nun wieder problemlos begangen werden kann – „ein symbolischer Akt“, wie es in dem Pressetext der Schule heißt. Die vollbrachte Arbeit wurde mit einer Abschlussveranstaltung in Sandanski gefeiert, an deren Gedenkfeier drei Popen und der stellvertretende Wirtschaftsattache der deutschen Botschaft in Sofia, A. Dittrich, teilnahmen.

Ein Dankeschön gebühre nicht nur den Organisatoren, Schülern, Lehrern, den Leitern Hubert Gobs und Ludmilla Karaivanova, sondern auch den Spendern aus Überlingen und Umgebung, wie es im Pressetext der Schule heißt. Die Jörg-Zürn-Gewerbeschule würde sich über eine finanzielle Unterstützung freuen, um die Soldatenfriedhöfe in Bulgarien und anderen osteuropäischen Ländern, auch 20 weitere Jahre vor dem Verfall und damit vor dem Vergessen bewahren zu können.


SÜDKURIER Überlingen, 07.10.13nach oben