> Pressespiegel > Bericht: Schwäbische Zeitung, 15. Juni 2013

"Ein fast einzigartiges Phänomen"

53 Auzubildende meistern die Jörg-Zürn-Gewerbeschule - Fast jeder Zweite bekommt eine Auszeichnung

                      

 Die Absolventen der Jörg-Zürn-Gewerbeschule hatten am Mittwoch gut lachen, jeder der 53 Auszubildenden bekam sein Abschlusszeugnis und fast die Hälfte eine Auszeichnung.
Foto: Isabelle Arndt      
 

Überlingen – Am Mittwochabend hat es „genug Anlass zum Gratulieren und Feiern“ gegeben, wie es Schulleiter Paul Bauer ausdrückte. Friseure, Glaser, Fensterbauer, Holz- und Industriemechaniker, KFZ-Mechatroniker und Tischler hatten sich im prall gefüllten Musiksaal der Jörg-Zürn-Gewerbeschule in Überlingen versammelt und bekamen dort ihre Zeugnisse zum bestandenen Berufsschulabschluss überreicht. Jetzt fehlen nur noch wenige Wochen der praktischen Phase, und dann sind die 53 Lehrlinge Gesellen.

Großartige Zukunftsperspektiven erwarten die neun Schülerinnen und 44 Schüler nach ihrer Ausbildung, wenn es nach Schulleiter Bauer geht. „Ihr Marktwert ist beachtlich“, sagte er. Dazu habe unter anderem das duale Ausbildungssystem beigetragen. Ohne qualifizierte Fachkräfte, wie die jetzt Ausgebildeten hätte Deutschland ein gravierendes Problem. „Die Berufswelt braucht engagierte, vielseitige junge Menschen wie Sie“. Ihr Engagement hätten die Absolventen mit ihren ausgezeichneten Leistungen gezeigt.

Neun Schülerinnen bekamen einen Preis: Dazu gehörten Robin Deutscher, Sarah Walter und Jannis Gangelhoff bei den Industriemechanikern, die bereits nach zwei Jahren vorzeitig die

Prüfung abgelegt hatten. Das war bei den KFZ-Mechatronikern ebenfalls der Fall, mit Julian Argus, Tobias Bildner und dem abwesenden Alexander Dieter Seyda  bekamen alle Auszubildenden einen Preis – „ein fast einzigartiges Phänomen“, sagte Bauer. Bei den Tischlern wurden Frank Dieterle und Franziska Müller ausgezeichnet, von den Friseuren war Maria Sophia Eindorf die Beste. Der Notendurchschnitt der Preisträger war besser als 1,7, zur Belohnung gab es einen Büchergutschein im Wert von 20 Euro. 

Eine Belobigung gab es bis zu einem Schnitt von 2,4, hier wurden 14 Absolventen ausgezeichnet. Doch auch bei der regulären Zeugnisvergabe gab es viele glückliche Gesichter, vielleicht auch wegen der euphorischen Musik der Schulband Tuesday.

Ein politisches Plädoyer gegen den Einheitslehrer konnte sich Bauer nicht verkneifen, denn „Lehrer, die alles ein wenig können sollen, können näher betrachtet nicht genug“ und ausgewiesene Spezialisten hätten sich auch beim aktuellen Jahrgang bewährt. Er hofft, „dass diese Unterrichtskonstellation mit dem Fachlehrerprinzip nicht dem Sparzwang zum Opfer fällt.“


Isabelle Arndt, Schwäbische Zeitung Überlingen, 15.06.13nach oben